Kieferorthopädie bei Kindern und Jugendlichen
Jedes Jahr werden über eine Million Kinder in Deutschland kieferorthopädisch behandelt. Die Akzeptanz ist heute höher, da Gleichaltrige oft auch eine Zahnspange tragen. Zudem kennt man die schädlichen Folgen von Zahn- und Kieferfehlstellungen besser als früher. Ein frühzeitiger Besuch beim Kieferorthopäden lässt dabei mögliche Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer rechtzeitig erkennen.
Eine kieferorthopädische Frühbehandlung zielt auf die Behandlung von fortschreitenden Anomalien und Fehlfunktionen. Hierzu gehört das Atmen durch den Mund oder Störungen der Körperhaltung ebenso dazu wie die schädigenden Angewohnheiten (Habits) des Daumenlutschens oder Lippensaugens.
Mit dem rechtzeitigen Behandlungsbeginn bei Kindern und Jugendlichen kann das Wachstum des Ober- und Unterkiefers durch herausnehmbare Geräte („lose Spangen“) unterstützt und der Zahnwechsel positiv beeinflusst werden. Dadurch kann den bleibenden Zähnen der Weg bereitet werden, sich in die richtige Zahnstellung einzuordnen. Wir versuchen dadurch eine Extraktionstherapie, das Ziehen von gesunden Milchzähnen und bleibenden Zähnen, zu vermeiden.
Wenn die bleibenden Zähne durchgebrochen sind und trotz rechtzeitigem Behandlungsbeginn und regelmäßigem Tragen der Spangen gedreht, gekippt, lückig oder an der falschen Stelle stehen, muss in manchen Fällen mit der festen Zahnpange der richtige Biss eingestellt werden. Die Dauer der eventuell notwendig werdenden Multibandbehandlung hält sich dann jedoch in Grenzen.
Die Kieferorthopädie bei Kindern und Jugendlichen umfasst auch die myofunktionelle Therapie – die Behandlung von Mund- und Zungenfehlfunktionen in enger Zusammenarbeit mit dem Logopäden - und die Abschirmtherapie. Sie kommen hauptsächlich in der kieferorthopädischen Frühbehandlung, bei der Therapie von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und der Behandlung von Syndromen zum Einsatz.